Presseerklärung zur Petitionsübergabe

Vertreter der Bürgerinitiative FÜR HALLE übergeben ihre Petition „Keine krebsauslösenden Abgase! Verhindert die Altreifenverwertungsanlage am Hafen Halle-Trotha“ an den Oberbürgermeister der Stadt Halle Herrn Dr. Bernd Wiegand zur letzten Sitzung des Stadtrats in diesem Jahr am 17.12. symbolträchtig im Stadthaus.
Fast 8.200 Unterstützer aus der Stadt Halle und den umliegenden Gemeinden untermauern das Anliegen der Bürgerinitiative, die seit Jahren für ein Umdenken bei der Entwicklung des Hafens in Trotha wirbt und dabei grundsätzliche auf eine Abkehr emissionsbehafteter Industrie im Stadtgebiet setzt.
Damit landete diese Bittschrift mit ihrem lokalen Anliegen deutschlandweit seit Oktober 2014 auf Platz 13 im Petitionsranking der führenden Plattform openpetition.de, wo mehr als 10.000 Petitionen permanent um Unterschriften werben.
Die Bürgerinitiative weist auf Versäumnisse der Politik und zahlreiche Ungereimtheiten im Umfeld des Investors hin, kritisiert aber vor allem die oberflächliche und teils fehlerhafte Prüfung des Landesverwaltungsamtes, welche im Ergebnis zu einer Genehmigung dieser Störfallanlage im Stadtgebiet führte. Hiergegen stemmt sich die Initiative und hofft den industriellen Großversuch einer umstrittenen Technologie zur Reifenverwertung noch zu verhindern. Was in Sachsen-Anhalt vielleicht möglich wird, eine Pyrolyseanlage zur Verwertung von Altreifen wurde in Niedersachsen durch Landtag längst wegen zu großer Risiken verboten.
In Halle hingegen umwarb die Stadt den Investor, um im Überschwemmungsgebiet der Saale, in unmittelbare Nachbarschaft zu Wohnbebauung und einer Schule diese Chemieanlage zu errichten.

Nicht zuletzt haben der Erfolg der Petition und auch die Bürgerversammlungen in Trotha dazu geführt, dass der Oberbürgermeister der Stadt zu einem Runden Tisch im Januar ins Rathaus eingeladen hat. Hier will man nach Lösungen suchen, den Bau dieser Risikoanlage quasi in letzte Minute noch zu verhindern. Gleichzeit will die Initiative mit der Stadtverwaltung und den Stadträten darüber beraten, welche Planungsgrundlagen zu schaffen sind, damit es in einigen Jahren keinen Chemiepark Hafen-Trotha zu beklagen gibt und hat bereits erste Vorschläge zur Nutzung des Areals neben emissionsfreiem Gewerbe auch für Wissenschaft, Wohnen, Touristik und Naherholung unter Einbeziehung der sanierungsbedürftigen denkmalgeschützten Speicher unterbreitet.

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